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60 Jahre Kanzelwandbahn

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„Was die Bahn zur Kanzelwand nicht nur dem Gaste, sondern auch dem Einheimischen erschließt“, betonte Sepp Ritsch – damals Bürgermeister im Kleinwalsertal, „ist die winterliche Pracht eines alpinen Skigeländes mit zahlreichen Abfahrten, es ist das sommerliche Werden und Vergehen einer herrlichen Alpenflora mit zahllosen Tourenmöglichkeiten für den Bewunderer der Bergwelt.“ Man schrieb das Jahr 1955 – und Sepp Ritsch konnte in einer Festschrift die Eröffnung der Kanzelwandbahn würdigen. Seit ihrer Jungfernfahrt am 2. April 1955 hat sich freilich viel getan. Und dennoch gilt des Bürgermeisters Betrachtung noch heute: Die Kanzelwandbahn und das sie tragende Unternehmen, das seit 1969 als Kleinwalsertaler Bergbahn AG firmiert, zählen weiterhin zu den wichtigsten Motoren des Tourismus in der Region und eröffnen Jahr für Jahr vielen Menschen die Schönheit der Bergwelt. 60 Jahre Kanzelwandbahn sind sechs Jahrzehnte Tourismus-Geschichte

Am 2. April 1955 startet die neue Bahn mit einer stündlichen Förderleistung von 350 Personen zu ihrer Jungfernfahrt. Rund drei Millionen DM wurden in den Bau investiert – ein echter Kraftakt, den die damaligen Aktionäre, das Elektrizitätswerk Riezlern, das Allgäuer Überlandwerk, das maßgeblichen Anteil am Gelingen des Projekts hatte, die Gemeinde Mittelberg und 41 Kleinaktionäre - stemmten. Aber er hat sich gelohnt. Denn die neue Bahn verlieh dem Fremdenverkehr im Kleinwalsertal echten Rückenwind. Die neue Bahn auf die Kanzelwand, so erklärte es damals Walter Fritz, später lange Jahre alleiniger Vorstand der AG, sorge dafür, „dass sich der Gast in unserem Tal wohlfühlt und ein längst fühlbar gewordener Mangel ausgeschaltet ist.“

Was einst als einzelne Bergbahn beginnt, entwickelt sich im Laufe der Jahre zum größten deutsch-österreichischen Skigebiet. 1956 heißt es Start frei für den Zwerenalplift. 1964 kommt der Bierenwanglift dazu. Mit dem Bau der Bergbahnen am Walmendingerhorn 1965/66 leistete das Unternehmen, das dafür eigens sein Grundkapital erhöhen musste, einen weiteren wichtigen Beitrag zur Entwicklung des Tales. 1973 vollenden die Nachbarn auf Oberstdorfer Seite die Fellhornbahn und ab 1974 gibt es eine gemeinsame Tageskarte. Der Erfolg gibt den Gründern Recht – und veranlasst zu weiteren Ausbauplänen. Zusätzlichen Rückenwind erhält das Unternehmen im Jahr 1989. Die damalige Raiffeisenbank Kleinwalsertal übernimmt die Anteile der Gemeinde und sorgt als neuer Großaktionär gemeinsam mit dem Allgäuer Überlandwerk für wichtige Impulse, die den Bergbahnen und dem Tal bis zum heutigen Tag gut tun. So wird im Sommer 1989 die Kanzelwandbahn umgebaut und die Kapazität von damals 500 auf 1.500 Personen pro Stunde gesteigert.

Seit dem Jahr 1990 wird verstärkt in neue Lifte und in Bergrestaurants investiert. Das Skigebiet wird immer leistungsfähiger, bekannter und beliebter. Eine moderne Beschneiungsanlage sorgt heute für Schneesicherheit und Wettbewerbsfähigkeit. Als die Bahn vor zehn Jahren ihren 50. Geburtstag feierte, begann für sie eine neue Ära. Denn die Kleinwalsertaler Bergbahn AG erwarb nicht nur alle Anteile der Fellhornbahn GmbH, sondern beteiligte sich auch mit 26 Prozent am Aktienkapital der Nebelhornbahn-AG. Seit 2009 gehören auch die Bahnen am Ifen zum Unternehmen.

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