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Feb 2021

Bioenergie Kleinwalsertal über Brandgefahr

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Der Vorstand der Bioenergie Kleinwalsertal hat uns folgende ausführliche Stellungnahme zum Brand des Heizwerks in Lech übermittelt:

"In Lech ist in der Nacht auf Dienstag ein Feuer im örtlichen Biomasseheizwerk ausgebrochen. Die Nachricht über das Unglück hat auch Sorgen bei einigen unserer Kunden und Bürger aus dem Tal hervorgerufen und es wurde uns als Betreiber die Frage gestellt: „Kann das auch bei uns passieren?“
Diese Frage muss man mit „Ja“ beantworten. Allerdings ist die Brandursache im Zeitpunkt des Redaktionsschlusses noch nicht geklärt und deshalb können wir noch keine eindeutige Antwort geben. Aber Brände in Heizwerken sind leider keine Seltenheit und kommen vor allem im Hackschnitzellager immer wieder vor.
Die Konstellation in der Bioenergie Kleinwalsertal ist aber etwas anders als in Lech. Bei uns sind die Lager komplett in Beton ausgeführt. Wir haben zwei voneinander getrennte Lagerhallen, die auch mit dem Heizhaus nicht verbunden sind. Eine Durchlüftung (oder Durchzug) und damit die Möglichkeit, bei einer Selbstentzündung das Feuer im Hackgut anzufachen, ist bei uns nicht vorhanden. Zudem achten wir bei der Einlagerung darauf, dass wir in Schichten einbauen und dem Hackgut Gelegenheit geben, Energie abzubauen. Der Zeitraum bis zum Einbau einer neuen Schicht beträgt über einen Monat.
Schon während der Planung des Heizwerkes Kleinwalsertal, wurde das Szenario „Brand“ ausgiebig beleuchtet. So wurden Noteinspeisepunkte gebaut. Das Heizwerk wurde mit einer zusätzlichen Ölheizung in einem eigenen Brandabschnitt, welche die gesamte Heizleistung übernehmen kann, errichtet. Bei den Hackschnitzelkesseln wurde eine Rückbrandsicherung eingebaut, sodass das Feuer nicht auf die Tagesbunker übergreifen kann. Auch die Ascheentsorgung wurde im Gegensatz zu Lech physisch getrennt und im Keller untergebracht, der Abwurfschacht ist zusätzlich brandgesichert. Von der Versicherung ist der Brandfall, sowie alle dafür notwendigen Notmaßnahmen, abgedeckt. Der Aufbau einer Notanlage kann mittlerweile innerhalb von 24 bis 48 Stunden bewerkstelligt werden.
Sobald die Schadensursache in Lech vorliegt, werden auch wir aufgrund dieser neuen Erkenntnisse Evaluierungen durchführen und die Notfallszenarien auf die neuen Fakten anpassen. Wir können versichern, dass wir unser Möglichstes tun, um einen derartigen Notfall bei uns zu vermeiden. Für Lech hoffen wir, dass sie den Betrieb bald wieder aufnehmen können und wünschen Ihnen Glück, dass weiterhin keine Person zu Schaden kommt."